Sachsen rechts unten – Der Podcast

Kulturbüro Sachsen startet Podcast über die extreme Rechte in Sachsen

Banner Kulturbüro Sachsen Podcast "Sachsen rechts unten" Motiv: kleiner Vogel auf stacheligem Ast

Mit „Sachsen rechts unten gibt das Kulturbüro Sachsen e.V. jährlich einen Einblick in die qualitative Verfasstheit der Demokratiegefährdungen in Sachsen. Aus zivilgesellschaftlicher Perspektive beschreiben wir die Ziele der sächsischen Neonazi-Szene und extrem rechter Akteure. Wir nehmen ihre Aktionsformen unter die Lupe, schauen uns an welche Wirkmächtigkeit sie entfalten können und welche Gefahren für Betroffene und unsere Gesellschaft daraus resultieren.

2014 erschien die erste schriftliche Ausgabe unserer Jahrespublikation „Sachsen rechts unten“. In diesem Jahr feiert die Broschüre ihr zehnjähriges Jubiläum. Aus diesem Anlass, nehmen wir die Entwicklungen der letzten Jahre nochmal genau in den Blick.

Wo steht die extreme Rechte in Sachsen zwischen Kontinuität und Wandel heute? Welche Prozesse haben Veränderungen in der Neonazi-Szene Sachsens ausgelöst und welche Phänomene beschäftigen uns heute (immer noch)? Vor welchen Herausforderungen steht die Zivilgesellschaft damals wie heute?

„Sachsen rechts unten – Der Podcast“ gibt Antworten und stellt fest: die Sachsen waren nie immun gegen Rechtsextremismus.

In fünf Folgen kommen aktive wie ehemalige Mitarbeiter*innen des Kulturbüro Sachsens zu Wort, die anhand ihrer Expertise und langjährigen Erfahrung eine differenzierte Sicht auf rechtsextreme Gefährdungen in Ostdeutschland bieten.

Alle Podcast Folgen findet ihr auch auf Spotify, Apple Podcasts, Deezer und Youtube.

Um den Podcast gleich hier zu hören, klickt auf den Titel der jeweiligen Folge.

#1 Rechtsextreme Demonstrationen – von Pegida zu den Freien Sachsen


Gemessen an der Zahl der Einwohner*innen haben 2023 in keinem anderen Bundesland so viele rechtsextreme Demonstrationen stattgefunden wie in Sachsen.

Mit der Gründung der Protestbewegung „Patriotische Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes“ (Pegida) Ende 2014 wurden zunehmend größere Menschenmassen mobilisiert und rechte Einstellungsmuster unverhohlen auf die Straße getragen. Damit ist der sogenannte „Rechtsruck“ in Sachsen und insbesondere in Dresden deutlich sichtbar geworden. Heute werden rechtsextreme Demonstrationen im Freistaat besonders von Akteuren der neonazistischen Kleinstpartei Freie Sachsen geprägt.

Welche Bedeutung haben die Demonstrationen für die Entwicklung der extremen Rechten in Sachsen? Worin liegt ihr Mobilisierungspotential? Welche Antworten könnten und sollten Politik und Zivilgesellschaft darauf haben?

Darüber haben wir mit Michael Nattke (Kulturbüro Sachsen e.V.) gesprochen.
Michael Nattke ist Geschäftsführer des Kulturbüro Sachsen e.V., Journalist und Autor.

Shownotes

Gast: Michael Nattke
Moderation: Anja Thiele (Kulturbüro Sachsen e.V.)
Redaktion: Kulturbüro Sachsen e.V. – https://kulturbuero-sachsen.de/
Musik-/Postproduktion: Christian Bluthardt – https://christianbluthardt.de/
Komposition: Melanie Riedlinger

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#2 Extrem Rechte Strukturen im Wandel – Der Kampf um Parlament und Straße


Die extreme Rechte in Sachsen befindet sich in einem steten Prozess der Weiterentwicklung. Zu Beginn der Jahrtausendwende stellte die neonazistische Partei NPD noch die wichtigste extrem rechte Struktur im Bundesland dar. 2004 wurde sie in den Sächsischen Landtag gewählt. Welche Rolle spielte das „Modelland Sachsen“ für das Erstarken der Partei?

Nach zehn Jahren ist die neonazistische Partei aus dem sächsischen Landtag geflogen und die AfD zog ein. Doch die NPD hat den Boden für rechte Ideologie bereitet. Die extreme Rechte ist heute ausdifferenziert und umfasst verschiedene Akteure, die sich unterschiedlicher Strategien bedienen. Pegida, AfD und die Freien Sachsen bestellten nach der NPD das Feld und kämpfen noch heute um Straßen und Parlamente.

Darüber haben wir mit Christian Herold (Mobile Beratung, Kulturbüro Sachsen e.V.) und Anne Mehrer (Fachreferentin, Kulturbüro Sachsen e.V.) gesprochen.

Christian Herold ist Politikwissenschaftler und Berater im MBT West des Kulturbüro Sachsen e.V.

Anne Mehrer ist Politikwissenschaftlerin und Fachreferentin im Kulturbüro Sachsen e.V.

Shownotes

Gäste: Christian Herold undAnne Mehrer
Moderation: Vince von Gynz-Rekowski (Kulturbüro Sachsen e.V.)
Redaktion: Kulturbüro Sachsen e.V. – https://kulturbuero-sachsen.de/
Musik-/Postproduktion: Christian Bluthardt – https://christianbluthardt.de/
Komposition: Melanie Riedlinger

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#3 Rechte Konzertstandorte – Raum für menschenfeindliche Ideologien


Das Bundesland Sachsen war bereits in den 1990er Jahren ein Eldorado für die neonazistische Konzert- und Musikszene. In keinem anderen Bundesland gibt es eine so kontinuierlich aktive und umtriebige Szene rund um das extrem rechte Musikgeschehen. Orte wie Staupitz, Ostritz und Geheege haben sich nicht nur in Sachsen, sondern bundesweit einen Namen als wichtige Konzertstandorte der neonazistischen Szene gemacht.
Wie hat sich das Konzertgeschehen in Sachsen in den letzten Jahren entwickelt, welche Bedeutung hat das rechte Konzertgeschehen für die extreme Rechte in Sachsen? Was macht es mit dem Gemeinwesen vor Ort? Und wie kann es gelingen, das rechte Konzertgeschehen in Sachsen zurück zu drängen und wieder sichere Räume herzustellen?

Markus Kemper (Mobile Beratung, Kulturbüro Sachsen e.V.) und Petra Schickert (Fachreferentin, Kulturbüro Sachsen e.V.) geben hierzu Einblicke aus über zwanzig Jahren Beratungsarbeit.

Markus Kemper ist Politikwissenschaftler und Berater im MBT Mitte-Ost des Kulturbüro Sachsen e.V.

Dr. Petra Schickert, ist Sozialpädagogin und Fachreferentin im Kulturbüro Sachsen e.V.

Shownotes

Gäste: Markus Kemper und Petra Schickert
Moderation: Melanie Riedlinger (Kulturbüro Sachsen e.V.)
Redaktion: Kulturbüro Sachsen e.V. – https://kulturbuero-sachsen.de/
Musik-/Postproduktion: Christian Bluthardthttps://christianbluthardt.de/
Komposition: Melanie Riedlinger

Weiterführende Informationen

#4 Völkische Siedler*innen – Rechte Raumnahme in Mittelsachsen


Völkische Siedler kaufen Höfe und Häuser in ländlichen Räumen. Seit einigen Jahren ist ein starker Zuzug solcher Ansiedlungen in Sachsen zu beobachten. Sie sorgen dafür, dass Gleichgesinnte – Neonazis und extreme Rechte – nachziehen und sich das Klima im Ort maßgeblich verändert. Die rechtsextremen Familien sind fest verwurzelt in dem Glauben an ein rassistisches Weltbild und an eine homogene Volksgemeinschaft.

Warum haben sich die völkischen Siedler*innen gerade in Mittelsachsen angesiedelt? Worauf fußt ihr Weltbild? Was sind ihre wichtigsten Ziele und Strategien? Und was kann das demokratische Gemeinwesen der Raumergreifungsstrategie völkischer Siedler*innen entgegensetzen?

In dieser Folge berichten die zwei ehemaligen Teammitglieder der Mobilen Beratung des Kulturbüros, Franz undSophie, wie sich völkischen Siedler*innen in Mittelsachsen zunächst still und unauffällig, später selbstbewusst und aggressiv im Gemeinwesen breitgemacht haben.

Franz ist ehemaliger Berater im Kulturbüro Sachsen e.V.

Sophie, ist ehemalige Beraterin im Kulturbüro Sachsen e.V. Seit 2023 arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Hochschule Mittweida an der Fakultät Soziale Arbeit

Shownotes

Gäste: Franz und Sophie
Moderation: Anja Thiele (Kulturbüro Sachsen e.V.)
Redaktion: Kulturbüro Sachsen e.V. – https://kulturbuero-sachsen.de/
Musik-/Postproduktion: Christian Bluthardthttps://christianbluthardt.de/
Komposition: Melanie Riedlinger

Weiterführende Informationen

5 Jugend im ländlichen Raum – alternativ, engagiert, bedroht


Junge Menschen, die sich für demokratische Werte einsetzen und offen menschenrechtsorientierte Haltungen vertreten, geraten fast automatisch in den Fokus der extremen Rechten. Zwischen Angst- und Schutzräumen navigieren sie durch den Alltag. Pfefferspray und Leuchtturmblick sind ständige Begleiter.

Welchen Bedrohungen sind demokratisch engagierte Jugendliche in ländlichen Räumen Sachsens ausgesetzt? Wo finden sie sichere Räume zur Selbstentfaltung?

Was brauchen junge Menschen, die von rechter Gewalt betroffen sind, und wie kann man sie in ihrem demokratischen Engagement unterstützen?

Darüber haben wir mit Daniel Krellmann und Ina Lorenz vom Mobilen Jugendkulturbüro gesprochen.

Daniel Krellmann ist Sozialarbeiter und Mitarbeiter im Arbeitsbereich Empowerment und Gemeinwesenarbeit des Kulturbüro Sachsen e.V.

Ina Lorenz ist Sozialpädagogin/Sozialarbeiterin und Mitarbeiterin im Arbeitsbereich Empowerment und Gemeinwesenarbeit des Kulturbüro Sachsen e.V.

Shownotes

Gäste: Daniel Krellmann und Ina Lorenz
Moderation: Melanie Riedlinger (Kulturbüro Sachsen e.V.)
Redaktion: Kulturbüro Sachsen e.V. – https://kulturbuero-sachsen.de/
Musik-/Postproduktion: Christian Bluthardthttps://christianbluthardt.de/
Komposition: Melanie Riedlinger

Weiterführende Informationen

Die Podcast-Reihe wurde unterstützt von der TuWas-Stiftung für Gemeinsinn und der Otto Brenner Stiftung

Logo der TuWas Stiftung für Gemeinsinn
Demokratie, Neonazis, Podcast, Rechtsextremismus, Sachsen, Sachsen Rechts unten 2024

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