Veranstaltungen des Kulturbüro Sachsen im Rahmen der Veranstaltungsreihe im Vorfeld des NSU Tribunal in Köln (17.-21.05.2017)

Vom 17.-21. Mai 2017 findet im Schauspielhaus Köln das Tribunal ‘NSU-Komplex auflösen‘ statt. 
In Sachsen finden verschiedene Veranstaltungen im Vorfeld des Tribunal statt. Weitere Informationen im Flyer zu dieser Veranstaltungsreihe: Download Faltblatt als .PDF (655 KB)

26.04.2017: „Viele habe ich erkannt – Gedächtnisprotokoll eines Kontraktarbeiters aus Hoyerswerda“

20 Uhr in der Veränderbar, Görlitzer Straße 42 Hinterhaus, Dresden
Filmdokumentation und Gespräch mit Julia Oelkers (out of focus Filmproduktion) und der Initiative „Pogrom91“.
Manuell Alexandre Nhacutou war einer von 18.000 mosambikanischen Kontraktsarbeiter*innen in der ehemaligen DDR, lebte und arbeitete dort bis zum September 1991. Nach dem ersten Pogrom an ausländischen Arbeiter*innen und Geflüchteten im vereinten Deutschland verließ er die Stadt und kam nach Berlin. Julia Oelkers hat Manuell Alexandre Nhacutou und andere ehemalige Vertragsarbeiter*innen getroffen und interviewt, die das rassistische Pogrom 1991 in Hoyersweda miterlebten.


10.05.2017: Das NSU-Unterstützungsumfeld in Sachsen

20 Uhr in der Betriebsküche Friedrichstadt, Berliner Straße 63, Dresden
Die juristische Aufarbeitung der Verbrechen der Terrorgruppe NSU ist bis heute stark von der „Trio-These“ der Generalbundesanwaltschaft geprägt. Vor dem Oberlandesgericht München sind neben Beate Zschäpe lediglich vier weitere Haupttäter angeklagt. Im gesellschaftlichen und medialen Diskurs wird das bundesweite Unterstützungsnetzwerk bisher noch wenig berücksichtigt. Der Vortrag beleuchtet das Unterstützungsumfeld in Sachsen in der Zeit des „Untertauchens“ des NSU in Chemnitz und Zwickau zwischen 1998 und 2011. Zahlreiche Neonazis, die den NSU in Sachsen mit konkreten Handlungen unterstützt haben, wurden bis zum heutigen Tag noch nicht angeklagt und bewegen sich weiterhin auf freiem Fuß.