> Bedrohungslage für Flüchtlinge und Engagierte in Willkommensbündnissen wächst weiter


Ein Ergebnis der Netzwerktagung „Asyl in Sachsen“ in Leipzig am 6. und 7. November in Leipzig

Zum nunmehr vierten Mal fand die Tagung „Asyl in Sachsen“, (siehe Flyer/Programm) statt, an der in diesem Jahr rund 190 Menschen teilnahmen. Der Erfahrungsaustausch und die Vernetzung von Menschen, die sich in Sachsen für geflüchtete Menschen engagieren, war das Ziel der Konferenz.



Die Vorträge von Andreas Lipsch, Vorsitzender von Pro Asyl und Anna Nikolenko, Bildungsreferentin der LAG pokuBi zum Konferenzauftakt verdeutlichten einen Roll Back in der bundesdeutschen Flüchtlingspolitik, weg von einer Menschenrechtsorientierung mit humanitärer Verpflichtung hin zu einer wieder verstärkten Abschottungspolitik gegenüber Menschen auf der Flucht.
Dieser Paradigmenwechsel, der mit dem Aslyverfahrensbeschleunigungsgesetz manifestiert wurde, macht die Stärkung einer rassismuskritischen und an den Menschenrechten orientierte Perspektive auf Flucht und Asyl notwendiger denn je, um die Herausforderungen einer Migrationsgesellschaft meistern zu können.
Dieses Thema vertiefte Berenice Böhlo, Rechtsanwältin und Mitglied von Pro Asyl in ihrem Input am Sonnabend.
In fünf thematischen Workshops setzen sich die Teilnehmer_innen mit den Auswirkungen des Dublin III Verfahrens, der Willkommenskultur an Schulen, den Problemen der Zusammenarbeit von Verwaltung und Ehrenamt sowie mit Konzepten der Unterbringung von Schutzsuchenden und Integration von Gesellschaft auseinander.
Parallel zur Konferenz fand im Rahmen des Projektes Empowerment von Refugees ein Workshop statt, in dem Aktive aus dem Netzwerk Asylum Seekers Movement mit anderen Initiativen in einen Erfahrungsaustausch traten.

Im Rahmen von Vernetzungsrunden kamen die Teilnehmer_innen intensiv ins Gespräch. Eines der alarmierenden Probleme, welches aus allen Initiativen landesweit beschrieben wurde, sind die sich häufenden Übergriffe und Bedrohungen. Diese treffen nicht nur Geflüchtete selbst sondern auch zunehmend Jene, die sie unterstützen und die sich in Willkommensbündnissen und Hilfestrukturen öffentlich sichtbar vor Ort engagieren.

Die Veranstalter_innen der Konferenz – die RAA Sachsen e.V., der Sächsische Flüchtlingsrat e.V., Weiterdenken – Heinrich-Böll-Stiftung Sachsen e.V. und das Kulturbüro Sachsen e.V. begleiteten die Konferenz mit einem politischen Statement, das von einer Vielzahl der Konferenzteilnehmer_innen unterstützt wird. Das – von Konferenzteilnehmer_innen unterzeichnete Statement - finden Sie hier: Statement der Konferenzteilnehmer_innen