Brücke|Most-Stiftung fehlt in Zukunft

Brücke | Most-Stiftung bricht als wichtiger Partner bei der Förderung zivilgesellschaftlicher Projekte weg

Mit großem Bedauern nahmen wir in den letzten Tagen zur Kenntnis, dass die Brücke|Most-Stiftung ihre Arbeit einstellen wird. Seit vielen Jahren ist die Stiftung ein enger Partner des Kulturbüro Sachsen e.V.

„Die vielfachen Projekte, welche im Haus durchgeführt wurden, waren ein wichtiger Beitrag für die Gestaltung einer grenzübergreifenden, zivilgesellschaftlichen Arbeit“ sagt Grit Hanneforth, Geschäftsführerin des Kulturbüros zur Schließung der Stiftung. „Gerade die deutsch-tschechische Vermittlungsarbeit ist in Zeiten von zunehmender rassistischen Mobilisierung beiderseits der Grenze von größter Bedeutung und eine Einstellung des operativen Geschäfts der Stiftung wird eine große Lücke in Dresden hinterlassen.“  

Kooperationen von Kolleg*innen beider Einrichtungen gab es bei unterschiedlichsten Themen: sei es das Thema Erinnerungskultur rund um die Gedenkstätte in Terezín gemeinsam mit dem Verein der Freunde und Förderer von Theresienstadt/Terezín e.V. oder das große Engagement bei der Gründung des sachsenweiten „Bündnis gegen Rassismus“.

Mit der Schließung des Gästehauses mit dem von uns gern genutzten Seminarraum, geht für Dresden ein wichtiger Ort – auch für internationale Begegnungen – verloren.

Beitrag in „Dresdner Hefte“

In der aktuellen Ausgabe der Dresdner Hefte, „Das "linke" Dresden. Eine Spurensuche über 100 Jahre“ (Heft 130) ist ein Beitrag unserer Geschäftsführerin Grit Hanneforth enthalten. Der Text geht der Frage nach „Existiert ein gemeinsames linkes Selbstverständnis im Gedächtnis Dresdens? Eine Überlegung am Beispiel des Umgangs mit dem 13. Februar“. Vorgestellt wurde das Heft am 22.06.2017 in der Zentralbibliothek des Kulturpalasts. Die Hefte können unter http://www.dresden.de/de/leben/stadtportrait/110/06/dresdner-hefte.php bestellt werden.

Zum Inhalt des Artikels:

Linke Ideen von einer freien Gesellschaft, in der Menschen ohne Angst verschieden sein können, sind auch heute noch eine Utopie. Sie finden sich ebenfalls formuliert in Teilen des Grundgesetzes und in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte. Jedoch werden diese Ideen von ordnungspolitischen Demokratievorstellungen begrenzt und kontrolliert, so dass am Ende der Anspruch einer freien Gesellschaft zugunsten einer vermeintlich sicheren, beherrschbaren und vorgeblich widerspruchsfreien aufgegeben wird.


Am Beispiel des Umgangs mit den Protesten gegen den Neonaziaufmarsch zum 13. Februar wird in diesem Artikel auch die Geschichte seiner Diskreditierung vornehmlich durch konservative Politik erzählt. Gegendemonstrationen und Blockaden wurden in Dresden lange Jahre ausschließlich als Behinderung der Arbeit der Behörden und somit als Angriffe auf den Rechtsstaat interpretiert. Die bis 2011 intensiv genutzte Polizeitaktik des Trennungsgebotes verhinderte legitime Protestformen wie die Sicht-und Hörweite und etikettierte diese als Krawall. So wurde die für Dresden dringend notwendige Erprobung verschiedener Protestformen und die diskursive Auseinandersetzung mit dem 13. Februar in der Dresdner Stadtgesellschaft behindert und erschwert.

Jugendarbeit empowern und lokale Strukturen stärken


Das Kulturbüro Sachsen e.V., die AGJF Sachsen, die Sächsische Landjugend e.V. und der LAK Mobile Jugendarbeit Sachsen e.V. haben ein Positionspapier veröffentlicht, mit welchem wir Fachkräfte und Projekte der Jugendarbeit vor Ort in ihrer Rolle als demokratische Akteur*innen unterstützen möchten. Wir fordern Solidarität mit Betroffenen, angefeindeten Strukturen, Besucher*innen und Fachkräften.

„Wie weiter mit der Jugendarbeit in Hartha?“

Veranstaltung
Unter dieser Überschrift haben die Mitarbeiterinnen des Projekts DIADEM Harthaer Bürger und Bürgerinnen am 31.5.2017 in die Stadtbibliothek eingeladen. Auf dieser Veranstaltung wurde das engagierte Eintreten der Harthaer Jugendlichen für einen selbstverwalteten Jugendclub deutlich. Plastisch wurden den Anwesenden die Mühen, Hoffnungen und Rückschläge, mit denen die Jugendlichen seit 2014 in ihrem Heimatort gekämpft haben und leider gescheitert sind.
Es wurden – aus der Jugendperspektive – die enttäuschenden Entwicklungen und die Gründe des Scheitern vorgestellt und mit den Bürgerinnen und Bürger den Vertreter*innen der Jugend- und Kulturarbeit, des Stadtrats und Stadtverwaltung kontrovers zu Rolle und Verantwortung in diesem Prozess diskutiert.

Langfristige Perspektive für das Projekt
„In einer coolen Demokratie leben“

IG BCE Nordost schließt langfristigen Vertrag über Demokratie-Tage im Betrieb mit dem Kulturbüro Sachsen e.V. ab


Faltblatt In einer coolen Demokratie leben Der Landesbezirk Nordost der Industriegewerkschaft Bergbau, Chemie, Energie (IG BCE) hat dem erfolgreichen Projekt „In einer coolen Demokratie leben“ eine langfristige Perspektive gegeben.

Berlin/Dresden Mai 2017: Wie nicht zuletzt das Göttinger Institut für Demokratieforschung in einer von der Bundesregierung in Auftrag gegeben Studie gezeigt hat, gibt es in Ostdeutschland starke Tendenzen, die Rechtspopulismus wie auch Rechtsextremismus befürworten und dabei Demokratie ablehnen. Auch wenn vergleichbare andere Studien immer gezeigt haben, dass es diese Tendenzen auch in Westdeutschland gibt, so zeigt sich in vielen Bereichen, dass die Problematik in Ostdeutschland zumindest sichtbarer, wenn nicht sogar stärker ist. Der IG BCE Landesbezirk Nordost hat dieses Themen zu einem Schwerpunkt erklärt und bereits im Jahr 2015 mit dem Projekt „In einer coolen Demokratie leben“ gemeinsam mit dem Kulturbüro Sachsen e.V. ein wirksames Instrument entwickelt. In Thementagen werden hierbei mit Auszubildenden die verschiedenen Facetten demokratischer Willensbildung beleuchtet, um Demokratie in Betrieb und Gesellschaft insgesamt zu stärken. Sowohl die Betriebe, in denen die Thementage stattfanden (z.B. BASF Schwarzheide, Wacker AG Nünchritz, LEAG Kraftwerk Jänschwalde) wie auch die Teilnehmenden waren begeistert von dem Projekt.

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